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Die leidenschaftlichen Laienschauspieler "Die Bosporusschwaben " bringen Situationen und Konflikte des interkulturellen Lebens auf die Bühne. Im Alltag leben sie mit ihren Kulturen in einer Selbstverständlichkeit. |
Nilgün Tasman
Dipl. psycholog. Beraterin, Schriftstellerin, Theaterregisseurin
„Manchmal muss man einfach springen und sich auf dem Weg nach unten Flügel wachsen lassen.“
Als meine Großmutter mich am 5. September 1968 zum allerersten Mal sah, sagte sie: „Hübsch ist sie nicht, aber sie sieht stark aus. Diese kleine, schwarze Olive wird ihren Weg machen.“ Mit sechs Monaten hat mich der Weg ins Schwabenländle geführt. Meine Eltern wollten nach spätestens zwei Jahren wieder zurück in ihre Heimat. Gleich im ersten Jahr für einen Ford Taunus und im zweiten Jahr wollten sie sich endlich ein Haus am Meer kaufen.
Aus zwei Jahren sind 20 Jahre geworden. Meine Eltern und viele andere Gastarbeiter haben mit ihren Koffern in der Hand gelebt. Als Kind war mein größter Wunsch eine Brücke zwischen Istanbul und Göppingen! Als Jugendliche hatte ich diese Brücke für mich schon geschlagen und nun wünsche ich mir, dass viele Menschen über diese Brücke gehen.
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Hans Ulrich Scholpp
Bühnenbildner, Grafiker
„Ich liebe die Farben und die Vielfalt.“
Ich bin verheiratet mit Nilgün Tasman und habe schon dadurch einen multikulturellen Hintergrund. Auch durch einen zweijährigen Auslandsaufenthalt zu meiner Schulzeit weiß ich, was es bedeutet in einem ungewohnten kulturellen Umfeld zu leben. Auch meine vier tollen Kinder genießen die Facetten der verschiedenen Kulturen. Meine Rollen in dem Theaterstück passen eigentlich nicht zu mir, dennoch habe ich große Freude auf der Bühne zu stehen. Noch mehr Freude hatte ich beim Malen der Bühnenbilder.
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Leyla Demirhan
Studentin, Regieassistentin
"Ich möchte mein Leben lang lachen.“
Geboren bin ich am 14. März 1978 in Waiblingen. Mein Leben in zwei Kulturen empfinde ich als sehr spannend.Natürlich ist es bereichernd, zwei Muttersprachen zu haben und
sich in zwei Ländern zu Hause zu fühlen. Die Spannung liegt allerdings im Alltag. Spannend empfinde ich die spontanen Entscheidungen, die man fällen muss. War ich diskret genug, habe ich Grenzen
überschritten, reagiere ich zu emotionslos? Die Verhaltensregeln der zwei Kulturen können oft auseinanderklaffen. Wichtig ist es für mich, beiden Kulturen und den Menschen mit viel Bewusstsein zu begegnen. Nachdem ich das Drehbuch von „Die Kehrwoche am Bosporus“ gelesen und die Rolle der Mutter in ihrer Jugend angeboten bekommen habe, war ich sofort begeistert! Mit diesem Stück bringt jeder von uns seine eigene Geschichte auf die Bühne und bekommt nochmals die Chance auf ein besseres Bewusstsein für das Leben in beiden Kulturen.
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Ayla Ökke,
Geboren am 09.09.1979 in Waiblingen
„Die größte Sehenswürdigkeit die es gibt ist die Welt. Sieh sie dir an.“
Ich bin im Einzelhandel tätig und lebe mit meinem Mann in Ludwigsburg.
Deutschland ist meine Wahlheimat und dennoch fühle ich mich in der Türkei auch sehr wohl. Denn ich fühle mich dort wohl, wo die Menschen sind, die ich liebe - meine Familie, meine Freunde und Bekannten. Ich glaube, dass es mir gelungen ist, aus beiden Kulturen das Beste für mich rauszuholen.
„Die Kehrwoche am Bosporus“ ist ein Teil von uns geworden. Auch wenn ich die Kehrwoche bei uns im Haus nur mit Widerwillen erledige! |
Ugur Gürgen
„Ein jeder lernt nur, was er lernen kann
Doch der den Augenblick ergreift, Das ist der rechte Mann.“ Johann Wolfgang von Goethe
Am 4. Juli 1983 kam ich in Kayseri auf die Welt.
Um mich sowohl persönlich als auch akademisch entwickeln zu können, habe ich mich für ein Auslandsstudium entschieden. Demzufolge studiere ich Betriebswirtschaftslehre an der Universität Stuttgart.
Die Lebensweise meiner Landsleute hier in Deutschland habe ich lange nicht nachvollziehen können. Doch dieses Theaterstück hat mir geholfen, sie besser zu verstehen. |
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Selda Poppe
Zahnmedizinische Fachangestellte
Geboren am 27. Januar 1979 in Backnang
„Leben ist, was uns zustößt, während wir uns etwas ganz anderes vorgenommen haben.“ Henry Miller
Das größte Glück passierte mir 2004, als meine Tochter Zuheyla auf die Welt kam. Durch ihren deutschen Vater habe ich die Möglichkeit bekommen, die deutsche Kultur noch näher kennen zu lernen. Für unsere Tochter sind die beiden Kulturen in ihren Facetten selbstverständlich.
Sie hat es einfacher als ich es gehabt habe. Aber so soll es ja auch sein.
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Cem Kücük
Geboren am 02.09.1978
„Die Kunst ist lang und kurz ist das Leben.“ Goethe
Einer erfolgreich absolvierten Ausbildung zum Industriekaufmann folgten ein Schnupperstudium in Softwareengineering, Philosophie und Germanistik. Zurzeit studiere ich Betriebswirtschaftslehre.
Es ist natürlich von Vorteil, zweisprachig aufzuwachsen. Jedoch kann man das Wort allein unmöglich so hoch schätzen, man muss es durch die Tat ersetzen. Genau dieser Herausforderung stellen wir uns täglich und es macht Spaß! Man kennt das Gute und das
weniger Gute aus den Kulturen beider Nationen, folglich kann man sich dementsprechend am Besseren aus beiden Welten orientieren.
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Seval Demir
Ich bin am 1. November 1976 in der Stadt Alaca in der Türkei geboren. Mit 7 Jahren kam ich mit meiner Mutter und meinen zwei Brüdern nach Deutschland. Ich kam direkt in die erste Klasse konnte aber kein einziges Wort Deutsch. Ich unterhielt mich mit meinen Klassenkameraden auf Türkisch und sie antworteten mir auf Deutsch und wir konnten uns dennoch irgendwie verstehen. Heute weiß ich, dass nicht nur die Sprache, sondern das Aufeinander-Zugehen genauso wichtig ist. Ich wollte in diesem Theaterstück gar nicht mitspielen, da ich keinerlei Talente in mir sah und mir das auch nicht zugetraut hätte. Heute bin ich froh, dass Nilgün mich mit ihrer Begeisterungsfähigkeit überrumpelt hat. Mir macht es großen Spaß!
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Fatih Yesilöz
Innenausstatter
Geboren am 12.2.1981 in Sindelfingen.
„Es ist besser auszubrennen, als zu verblassen.“
Neil Young
Ich bin in Sindelfigen geboren. In der Stadt, die fleissige Schwaben und die fleissigen Gastarbeiter zusammenbringt.
Multikulti ist bei mir nicht nur eine Floskel- sondern wird auch gelebt mit deutschen Partnern meiner Geschwister.
Zum Glück sind meine Eltern nicht nach 2 Jahren zurückgekehrt. Somit hatte ich die Chance beide Kulturen kennenzulernen.
Ich muss mich nicht für eine Kultur entscheiden, ich gehöre beiden mit Leib und Seele.
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Gizem Güngör
„Don't worry be happy.“
Geboren bin ich am 26.08.1995 in Waiblingen und gehe in die 8. Klasse in Winnenden. Meine Hobbys sind Lesen, Tanzen, Schwimmen und Theaterspielen.
Irgendwann möchte ich eine Weltreise machen und noch mehr Kulturen kennen lernen. Ich finde es toll, dass ich zweisprachig aufwachse und
die türkischen sowie die deutschen Sitten und Gebräuche kenne. Es sind für mich zwei verschiedene Welten und dennoch fühle ich mich in beiden sehr wohl.
Natürlich sind mir einige Szenen aus meiner Familie sehr vertraut und ich habe beschlossen, dass ich es besser machen werde!
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Can Leon Scholpp,
Schüler, Geboren am 13. Mai 2000.
„Rocken bis das Dach lupft!“
Ich kam in Göppingen auf die Welt und meine türkisch-schwäbische Anne, Nilgün, und mein deutscher Papa, Ulrich, haben mir gleich einen deutsch-türkischen Namen verpasst, der mir auch super gut gefällt! Ich spiele gerne Gitarre und möchte Rockstar werden. Also ehrlich gesagt merke ich zwischen den Deutschen und den Türken keinen Unterschied. Ich mag alle Menschen, die lieb und nett sind. Wir feiern alle türkischen Feste und die deutschen natürlich auch. Das ist der Vorteil wenn man ein Mischlingskind ist. Wir bekommen viel mehr Geschenke und sind eigentlich nur am Feiern! Meine Anne sagt immer, dass unsere einzige Aufgabe im Leben darin besteht, die Menschen zu respektieren wie sie sind und ihnen zu helfen, wenn sie uns brauchen.
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Lennart Scheid
Geboren am 23.12.1999 in Stuttgart.
Meine Leidenschaft ist Fußball, Tennis, Musik und italienisches Essen. Ich kenne keine doofen Ausländer nur doofe Menschen!
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Ursula Scheid
„Wer einen anderen Menschen kennen lernt, lernt zugleich sich selber kennen.“ östliche Weisheit
Geboren wurde ich am 15. März 1968 in Stuttgart. Nach unseren beiden Söhnen habe ich meinen Beruf im Einzelhandel aufgegeben und bin leidenschaftliche Mutter.
Ich finde es sehr spannend, eine andere Kultur näher kennen zu lernen. Genau das ermöglicht meinen Kindern und mir, dieses schöne Theaterstück. Es darf keine Frage mehr sein, ob jemand hierhergehört oder woher er kommt. Wir sind ein Teil des Ganzen!
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Paul Scheid
Schüler
Geboren am 6. Mai 1998 in Stuttgart
„Das Runde muss ins Eckige.“
Fußball ist meine große Leidenschaft und ich bin VFB-Fan. Mir ist es egal, welche Nationalität jemand hat. Wichtig ist nur, dass er nett und hilfsbereit ist.
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Caglar Özay
Sportlehrer
Geboren am 21.11.1978 in Sindelfingen.
„Der kürzeste Weg, den anderen zu erreichen, ist ein Lächeln.“
Ich komme aus Zypern und bin in Sindelfingen aufgewachsen. Die Arbeit mit den Kindern macht mir großen Spaß. Kinder sind sehr intuitiv, spontan und ehrlich.
Ich mag die Ordnung, die Sauberkeit und das disziplinierte Arbeiten in Deutschland sehr. Wir könnten hier ein beständigeres Wetter gebrauchen, aber sonst bin ich sehr glücklich in meiner Wahlheimat. |
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Ersan Ertürk
Student
Geboren am 18. April 1982 in Göppingen.
„Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.“ Mark Twain
Bis zu meinem 10. Lebensjahr habe ich in Göppingen gelebt.
Danach haben sich meine Eltern entschieden, wieder in die Türkei zurückzukehren. Anfangs habe ich mich mit dem Schulsystem in der Türkei sehr schwer getan und am meisten habe ich die deutschen Brezeln vermisst! Ich habe mein BWL Studium an der Steinbeis-Hochschule erfolgreich absolviert.
Beide Kulturen zu kennen, hat für mich nur Vorteile, die mir im täglichen Leben eine Brücke zu meinen Mitmenschen schlägt. Als ich auf die Welt kam, war meine Tante Nilgün 14 Jahre alt. Ich bin ein Teil dieser Geschichte.
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